Baumfällung und Obstbaumschnitt vom Profi

Die Berufsgenossenschaft warnt:
Spezialbaumfällungen sind gefährlich!

Baumpflege und Baumschnitt, vor allem jedoch die Baumfällung zu groß gewachsener Laub- und Nadelbäume, sollten Haus- und Grundstücksbesitzer in Kassel und im Werra-Meißner-Kreis einem Baumpflege-Profi wie Johannes Böttcher (Foto) aus Hessisch Lichtenau anvertrauen.  Das schützt nicht nur das eigene Eigentum vor den sich häufenden Sturmschäden, sondern auch das der Mieter und Nachbarn.  Zudem hat man mit einem selbständigen Baumpflege-Profi auch jenseits von Problemfällungen immer einen Fachmann für Baumerhalt, Kronensicherung, Baum-, Obstbaum- und  Gehölzschnitt zur Seite.

Baumfällungen sind gefährlich!
Forstarbeiten gehören, das wird vielfach vergessen, nach wie vor zu den riskantesten Arbeiten überhaupt. Kann ein Baum nicht an einem Stück gefällt werden, weil sich z.B. Gebäude in der Nähe befinden, so kommt nur eine Spezialfällung in Betracht – und die wird ein risikobewusster Eigentümer aus eigenem Interesse immer einen berufserfahrenen Profi anvertrauen.  Denn von allen, die Spezialbaumfällungen durchführen, fordert die Berufsgenossenschaft neben speziellen Seilklettertechniken auch mehrere Zusatzfortbildungen. Die spezielle Seilklettertechnik der Baumpfleger dient dabei nicht nur dem Eigenschutz, sondern ermöglicht es, nahezu jede Stelle in einem Baum zu erreichen. So können auch überragende  Äste und Baumkronen ohne Schäden am Gebäude kontrolliert abgelassen werden. Je nach Situation und schwere der Last kommen neben der Seilklettertechnik auch Rigging-Geräte, Arbeitsbühnen oder auch schon mal ein Mobilkran zum Einsatz.

Baumpflege ist zuerst Baumschutz!
„Zu einer professionellen Baumpflege“, erklärt Johannes Böttcher,  „gehören sämtliche Schnittmaßnahmen, die an einem Baum durchgeführt werden, sei es aus Sicherheitsgründen, aus ästhetischen Gründen oder um den Baum in seiner natürlichen Entwicklung zu fördern. Dazu kommen Maßnahmen wie das Sichern von bruchgefährdeten Ästen durch Seile (Kronensicherung) oder Wurzelvorhänge, um Bäume bei Baumaßnahmen zu schützen. Zudem gilt es bei allen Maßnahmen das Naturschutzgesetz, das Vogelschutzgesetz und ggfs. die kommunale Baumschutzsatzung zu beachten.“

Fachgerechte Entsorgung von Schnittgut
Die Entsorgung von Ästen und Schnittgut ist vielerorts problematisch. Daher übernimmt ein Profi-Betrieb wie Baumpflege Böttcher auch das Häckseln von Ästen, Baum- und Heckenresten sowie – wenn das Häckselgut nicht auf dem Grundstück verbleiben soll, auf  Wunsch auch die fachgerechte Entsorgung.

Kontakt:
Baumpflege Johannes Böttcher
Tel. 05602-9130396
Hessisch Lichtenau
www.baumpflege-boettcher.de

Auch die Wärmewende kommt

Energiewende im Werra-Meißner-Kreis.
Viele kleine Maßnahmen, große Wirkung

Die Energiewende in Nordhessen ist in vollem Gange, auch im Werra-Meißner-Kreis (WMK). Davon zeugen nicht nur die vielen PV-Anlagen auf privaten und öffentlichen Dächern, sondern aktuell vor allem die schwer zu übersehenden Windkraftanlagen auf unseren Höhenzügen. Was von Windkraftgegnern gerne pauschal als willkürliche Zerstörung unserer Naturlandschaft diffamiert wird, ist in Wirklichkeit die planvolle regionale bzw. lokale Konkretisierung der Energiewende, der sich alle nordhessischen Landkreise politisch verschrieben haben. Konkrete Planungsgrundlagen für die Entwicklung im Werra-Meißner-Kreis sind das 2012 vom Kreistag beschlossene Klimaschutzkonzept und der von der Regionalversammlung Nordhessen beschlossene Teilregionalplan Energie, der im WMK 17 Vorrangflächen (1,4 % der Kreisfläche) für Windkraft ausweist. Über Stand und Perspektive der regionalen Energiewende sprachen wir mit Dr. Rainer Wallmann (Foto), Erster Kreisbeigeordneter und Umweltdezernent im Werra-Meißner-Kreis.


Zur Person:  Dr. Rainer Wallmann (52), promovierte als Diplom-Ingenieur im Fachbereich Ökologische Umweltsicherung (Thema „Restabfallbehandlung“) und war bis zu seiner Wahl Professor für Umwelttechnik und Leiter der Fakultät Ressourcenmanagement an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Göttingen. Wallmann ist nicht nur ein undogmatischer Energiewender, der die Energiewende „als flexiblen Prozess mit den Menschen“ versteht, er kennt sich auch aus, in seinem Fach und in der Region: Bereits als 16-jähriger kam der gebürtige Berliner zur landwirtschaftlichen Ausbildung in den WMK und arbeitete nach dem Studium 15 Jahre als Projektingenieur bei der Ingenieurgemeinschaft Witzenhausen.


Dr. Wallmann, wie steht es um die Energiewende im WMK?
Das Klimaschutzkonzept, das der Kreistag 2012 beschlossen hat, zielt darauf ab, dass bis 2050 100% der im Kreis verbrauchten Energie aus heimischen erneuerbaren Energieträgern stammen soll. Aktuell stehen wir bei 36% beim Strom und ca. 13% bei Wärme. Damit sind wir auf dem richtigen Weg, viele kleine Maßnahmen haben in der Summe eine große Wirkung. Aber das regenerative Energiepotenzial im Werra-Meißner-Kreis ist längst noch nicht ausgeschöpft. Wir setzen auch in der Zukunft auf den Ausbau erneuerbarer Energie, also vor allem auf Biomasse, Heizungen mit Hackschnitzeln, Holz oder Holzpellets, Solarenergie, Wasserkraft, Geothermie und Windkraft. Zugleich müssen wir unsere Anstrengungen beim Energiesparen fortsetzen – anders lässt sich das CO2-Einsparpotenzial von rund 910.000 t CO2 pro Jahr bis 2050 nicht erreichen.

Wie wird sich die Windkraft im Landkreis entwickeln?
Eine vernünftige Entwicklung der Windkraft ist ein wichtiger Bestandteil der regionalen Energiewende. Die Regionalversammlung hat hier jüngst mit dem Teilregionalplan Energie Klarheit geschaffen. Einerseits wurden Vorranggebiete für die Windenergienutzung festgelegt, andererseits auch klargestellt, dass auf 98% der Flächen Windkraft ausgeschlossen ist. Der Regionalplan schafft allerdings kein Baurecht, für jede Anlage ist weiterhin ein Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz erforderlich. Konkret liegen 17 Vorrangflächen mit insgesamt 1415 Hektar im Werra-Meißner-Kreis. Neben den in Betrieb befindlichen Windkraftanlagen in Hessisch-Lichtenau und Sontra, sind aktuell 23 Anlagen im Bau bzw. bereits in der Einfahrphase. Vier weitere Anlagen in Herleshausen befinden sich derzeit im Genehmigungsverfahren.

Wann kommt die Wärmewende?
Unser Hauptaugenmerk legen wir derzeit auf die Unterstützung der Wärmewende. Hier haben wir insbesondere durch die beiden geförderten Modellvorhaben „Holzige Biomasse“ und „Energetische Quartierssanierung“ zukunftsweisende Ansätze entwickelt, die wir in den nächsten Jahren konsequent umsetzen wollen. Über die Energiewende im privaten Heizungskeller entscheiden letztlich die Hausbesitzer – private, gewerbliche und kommunale. Wir schaffen Infrastruktur, beraten und begleiten und weisen natürlich auch auf die öffentlichen Förderprogramme für Biomasse-Heizungen (Hackschnitzel, Holz oder Holzpellets) hin. Aber es stimmt: In unserem ländlichen Raum mit vielen Einfamilienhäusern ist die Umstellung auf eine CO2-neutrale Wärmebereitstellung tatsächlich ein Großprojekt. Umso wichtiger ist es, Impulse zu setzen. In unserem Modellprojekt „Energetische Quartierssanierung“ entwickeln wir in Quartieren in Witzenhausen, Eschwege, Großalmerode, Herleshausen, Ringgau und Meißner nicht nur maßgeschneiderte Sanierungslösungen für die Hausbesitzer, sondern wollen auch Projekte zur gemeinsamen Wärmeversorgung aus heimischer Biomasse fördern. Auch hier werden wir zeigen, dass viele kleine Maßnahmen am Ende  eine große Wirkung haben.

Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) – doch eine Abwrackprämie für Altheizungen

apee_2016_20kDas im Januar 2016 gestartete neue Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zielt darauf ab, zusätzliche „Innovations- und Investitionsimpulse für die Wärmewende im Heizungskeller“ zu setzen. Gefördert wird, wer eine ineffiziente Altanlage durch eine moderne Biomasseanlage oder effiziente Wärmepumpe ersetzt. Erstmals wird damit nicht nur der Kesseltausch, sondern auch die Optimierung des gesamten Heizsystems (inklusive Heizkörpern und Rohrleitungen) öffentlich gefördert. Auch der Höhe nach kann sich der neue Förderzuschuss sehen lassen: Zusätzlich zur APEE-Förderpauschale von 600 EUR erhöht sich die Förderung um 20% der Basisförderung.

Damit ist das APEE  nicht nur eine sinnvolle Ergänzung der bisherigen Förderinstrumente, sondern tatsächlich doch eine Art „Abwrackprämie“ für unzeitgemäße Heizungsanlagen. Wer sich bisher scheute, seine in die Jahre gekommene Ölheizung gegen ein ökologisches Heizungssystem auszutauschen, dem winken seit Jahresbeginn um die 25% staatliche Förderung.  Addiert man Energieersparnis und öffentliche Förderung,  sollte sich die ökologische Heizungssanierung nun für jedes typisches Ein- oder Zweifamilienhaus binnen 10 Jahren auch finanziell lohnen!

In unserem Rechenbeispiel, einem typischen Zwei-Familienhaus, ersetzt eine 15KW Holzpellets-Heizung einen Ölbrenner. Fallen für den Heizungstausch und die Optimierung des Heizungs- und Warmwassersystems (Warmwasserspeicher, Hydrauliksystem, Pelletslager) insgesamt 20.000 EUR Investitionskosten an,  beteiligt sich der Staat mit einem Zuschuss von 4.800 EUR. Selbst wenn sich die jährlichen Energiekosten von 3.200 EUR für Öl lediglich auf 1.600 EUR für Holzpellets halbieren, amortisiert sich die Investition binnen 10 Jahren!  Die Kosten der Kredit-Finanzierung  sind dabei denkbar gering, der effektive Jahreszins der bundeseigene Förderbank KfW liegt aktuell bei 0,75%.

So viel staatliche Förderung war noch nie! ­­Hausbesitzer, die bisher, aus welchen Gründen auch immer, mit der ökologischen Sanierung ihrer Immobilie gezögert haben, sollten dringend das Gespräch mit einem Heizungsfachmann ihres Vertrauens suchen. Er berät individuell, kennt sich sowohl mit der aktuellen Technik wie der öffentlichen Förderung aus – und unterbreitet in aller Regel auch ein wettbewerbsfähiges Angebot.

Plädoyer für eine pragmatische Energiewende

Dr. Stefan Bofinger erläutert im ENERGIEwender-Interview seinen pragmatisch-unideologischen Ansatz beim Thema Energiewende.


Über die deutsche Energiewende schien politisch entschieden, als Kanzlerin Angela Merkel 2011 im Eindruck von Fukushima den Ausstieg aus der Atomenergie verkündete. Viele, die sich seit 30 oder gar 40 Jahren gegen Atomkraft und für ein ökologisch vertretbares Wirtschaften einsetzen (oder gar tatsächlich gekämpft haben), wähnten sich am Ziel. Doch die Partystimmung ist längst dem Kater gewichen – und die Verhältnisse haben sich auf merkwürdige Weise verkehrt: Denn heute ist es nicht mehr eine „kleine Minderheit linken, meist akademischen Pöbels“ (Helmut Kohl, 1986) das gegen Atomkraftwerke und Wiederaufbereitungsanlagen aufsteht. Heute speist sich der Widerstand gegen die gewendete staatliche Energiepolitik aus der politischen Mitte, sind es konservative Besitzbürger, die den Ausbau der Windenergie oder notwendige Stromtrassen, aber vor allem: Windräder in Sichtweite, mit aller Macht bekämpfen – und genau so selbstverständlich wie die AKW-Bewegung seinerzeit die „Vernunftkraft“ für sich reklamieren.


Wo die Fragen so komplex sind wie beim Thema Energiewende, empfiehlt es sich auf Sachverstand zu setzen. Daher hat die Redaktion der ENERGIEwender Nordhessen entschieden, sich künftig von einem „wissenschaftlichen Beirat“ begleiten zu lassen. Nach wenigen Wochen dürfen wir stolz verkünden: Mit Dr. Stefan Bofinger (Foto),  ist das erste Mitglied unseres Beirats gefunden. Als Abteilungsleiter Energiewirtschaft und Systemdesign beim renommierten Fraunhofer IWES Kassel steckt er nicht nur tief in der Materie – als Politikberater auf internationaler Ebene verfügt er auch über eine spannende globale Sicht auf unser Thema. Zudem ist er unserer Region herzlich verbunden: Gemeinsam mit seiner Frau bewirtschaftet er den Kulchhof, einen Biohof mit Hofladen in Waldkappel-Rechtebach. Wir nutzen die Gelegenheit und stellen Stefan Bofinger in einem ersten Interview vor.


Herr Bofinger, was verstehen Sie unter Energiewende?
„Was wir in Deutschland Energiewende nennen ist ein Teil eines internationalen Generationenprojekts zur Rettung des Weltklimas durch die Dekarbonisierung unserer Lebens- und Wirtschaftsweise.  Auch oder gerade für unsere hochindustrialisierte, energiehungrige Volkswirtschaft ist die Energiewende deshalb eine Herkulesaufgabe. Ich persönlich plädiere daher bei der Umsetzung für einen pragmatisch-unideologischen Ansatz. Konsens ist, dass wir nicht nur den CO2-Verbrauch reduzieren, sondern den umweltschädlichen Ressourcen- und Landschaftsverbrauch insgesamt vermeiden müssen. Nachhaltig mehrheitsfähig und damit umsetzbar ist eine Energiewende allerdings nur dann, wenn die Konditionen vertretbar sind, also der Technikwandel auch tatsächlich lebbar ist. Zudem müssen die Lasten und Kosten akzeptabel verteilt werden.“
Was verstehen sie unter „unideologisch“?
„Berufsbedingt habe ich eine gesamtwirtschaftliche Perspektive und verstehe die Energieversorgung als Energiesystem und die Energiewende als Generationenprojekt. Zur Vermeidung von CO2 gibt es viele Wege und Möglichkeiten. Ideologie ist da aus meiner Sicht kein vernünftiger Lösungsweg. Lassen Sie mich das an zwei Beispiel erklären: In Deutschland sind wir heute vielfach systemisch miteinander verbunden, öffentliche Wasserversorgung, die regelmäßige Müllabfuhr, der Postbote, das Internet, all das gehört zu unserer vernetzten Lebensweise. Da erscheint die Idee, ausgerechnet beim Strom autark von einem beinahe perfekten, kostengünstigen öffentlichen Netz werden zu wollen, ideologisch bzw. philosophisch motiviert. Ein zweites Beispiel: Ich war beruflich gerade in Südafrika, einem Land mit einerseits riesigem Energiebedarf, anderseits mit traumhaft viel Sonneneinstrahlung, Wind und Freifläche. Eigentlich ideal für großflächige PV und Windkraftanlagen denkt man als Deutscher. Allerdings mangelt es dort, wie in vielen Schwellenländern, an der notwenigen Infrastruktur zur zuverlässigen Verteilung der Energie – zumal es riesige Strecken zu überwinden gilt. Zudem muss alles schnell gehen, die Energieknappheit ist eines der zentralen  Entwicklungshemmnisse. Es würde mich daher nicht wundern, wenn man in Südafrika statt auf PV und Elektromobilität eher auf Power-to-Gas-Techniken, also die Umwandlung elektrischer Energie zu Gas zum Antrieb von Fahrzeugen und Maschinen, setzt. Das ist allemal besser als auf russische Atomtechnik.  Diese Sichtweise, also vom Ergebnis her gedacht, verstehe ich unter pragmatisch bzw. unideologisch.“
Wie schätzen Sie die Widerstände gegen die Energiewende ein?
„Tatsächlich ist nicht alles was technisch machbar ist überall gleich sinnvoll. Natürlich gab und gibt es auch ungewollte Fehlanreize, viel Lobbyismus und unerwünschte Nebeneffekte im System. Trotzdem sind marktwirtschaftliche Anreizsysteme, flankiert von Gesetzen und Steuern bzw. Steuererleichterungen kombiniert mit nachvollziehbaren öffentlichen Planungsverfahren in Deutschland der einzig richtige bzw. einzig mögliche Weg öffentliche und private Interessen gleichermaßen zu berücksichtigen. Die aktuelle Situation, in der z.B. manches Windrad mit der gleichen Verve – oder gar vergleichbar militant – bekämpft wird, wie früher ein Atomkraftwerk, halte ich schlicht für überzogen.“

Weiterführende Links:
http://www.herkulesprojekt.de/

http://www.kulchhof.de/

Trotz Ölpreis auf erneuerbare Energien setzen!

Heizöl ist derzeit so billig wie schon lange nicht mehr. Was betroffene Hausbesitzer beim Blick auf die letzte Heizölrechnung freut, droht in der Praxis die Energiewende in Deutschlands Heizungskellern zu konterkarieren. Zwar ist es nachvollziehbar, dass mancher Hausbesitzer nun eine anstehende Heizungssanierung hinauszögert. Fatal wäre es allerdings, wenn Immobilienbesitzer angesichts der aktuellen Energiepreise einen alten Ölbrenner durch einen neuen Öl-Brennwertkessel tauschen lassen würden. Denn auf die Lebensdauer einer Heizungsanlage gesehen, schadet eine solche Entscheidung doppelt: dem eigenen Geldbeutel und der Umwelt.

Energie-Experten wie Pierre Schreckert (Foto), Geschäftsführer der Schreckert GmbH in Naumburg, verweisen im Beratungsgespräch auf die Fakten: „Eine Heizung muss man über 20 Jahre rechnen – und zudem den tatsächlichen Energiepreis pro Megawatt( MWh) vergleichen. Selbst aktuell ist Öl im direkten Vergleich z.B. zu Holzpellets kaum günstiger. Legt man der Langzeitberechnung jedoch einen realistischen, also deutlich höheren Ölpreis zugrunde, spricht nach wie vor alles für einen Umstieg auf erneuerbare Energien. Aber natürlich ist auch das eine Prognose und welche Primärenergietechnik eingebaut wird, entscheidet immer der Kunde.“

Einen realistischen Überblick verschafft hier z.B. ein Langfristvergleich der Energiepreisentwicklung der letzten 10 Jahre, wie ihn C.A.R.M.E.N e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe online zur Verfügung stellt.

Zieht man für eine langfristige Wirtschaftlichkeitsrechnung diese – nicht spekulativen-  Zahlen heran, so war Heizen mit Gas oder Öl im Mittelwert der vergangenen 10 Jahre rund 40% teurer als mit Holzpellets.

Auch der Hinweis auf die ggfs. höheren Investitionskosten bei der vollständigen Heizungsumstellung auf erneuerbare Energien, ist kein stichhaltiges Argument: Nach wie vor fördert der Staat eine ökologische Heizungssanierung über das BAFA mit beträchtlichen Fördermitteln.

Gut beraten sind Hausbesitzer, das zeigt die Erfahrung, wenn sie sich vor einer Heizungserneuerung zunächst ausführlich von einem ausgewiesenen Heizungsexperten oder einem innungsgebundenen SHK-Handwerksbetrieb informieren lassen. Erste Wahl sollten Handwerksbetriebe aus der Region sein – sie gewährleisten nicht nur eine fachmännische Ausführung sondern haben in der Regel auch einen Notdienst, auf den man sich im Ernstfall verlassen kann.

SHK-Handwerker sind praktische Energiewender!

Mit einigem Stolz darf berichtet werden, dass es unserer Redaktion heute gelungen ist, Heizungs- und Sanitärmeister Egon Lenz aus Borgentreich (Foto) für unsere neue Plattform ENERGIEwender Nordhessen zu begeistern. Egon Lenz kennt als Handwerksmeister und Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Höxter-Warburg die Themen Energiewende und Erneuerbare Energie aus langjähriger Praxis. Dass er unser noch zartes Pflänzchen von Anfang an unterstützt, macht uns Mut.

DEPV: Versorgung mit Holzpellets gesichert

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e. V. (DEPV) sieht die Versorgungssicherheit trotz der Insolvenz von German Pellets gewährleistet.

„Deutschland ist aufgrund seiner großen Holzvorräte und der in den Sägewerken in großen Mengen anfallenden Sägespäne weiterhin für die Pelletherstellung prädestiniert. Dafür stehen zahlreiche leistungsfähige Pelletwerke an 55 Standorten“, betont DEPV-Vorsitzender Andreas Lingner in einer Pressemeldung vom 11.02.2016. Weltweit werden neben den USA und Kanada in Deutschland die meisten Holzpresslinge erzeugt. Die Versorgung mit Pellets sieht der Branchenverband daher gesichert.

Insgesamt werden in Deutschland rund zwei Millionen Tonnen Pellets jährlich erzeugt und bei einem üblichen Witterungsverlauf hierzulande auch in Pelletheizkesseln und -kaminöfen verbraucht.

Beim DEPV erklärt man die Insolvenz von German Pellets damit, dass das Wachstum des Wärmemarktes für das Geschäftsmodell des Unternehmens möglicherweise nicht die notwendige Geschwindigkeit innehatte. „Sie ist aber auch ein Fingerzeig an die Politik, am Heizungsmarkt mehr für die Energiewende in Deutschland zu tun! Durch den Pelletverbrauch 2015 wurden bundesweit knapp drei Millionen Tonnen CO2 eingespart. Ohne die moderne Holzenergie kann die Energiewende am Wärmemarkt nicht umgesetzt werden“, so Lingner. Grafik: DEPV 2016.

ENERGIEwender online

Energiewende in der norhessischen Praxis: Auch in unserer Region Nordhessen arbeiten jeden Tag egagierte Menschen, viele seit Jahrzehnten, auf Dächern, in Heizungskellern oder in Büros ganz praktisch an der Energiewende. Die Ideen und Themen, Tipps und Lösungsvorschläge dieser ENERGIEWENDER in und über die Region hinaus bekannt zu machen, ist die zentrale Aufgabe dieser Webseite.

Dass wir dabei den größeren politischen Kontext streifen werden, wird sich kaum vermeiden lassen. Immerhin ist die deutsche Energiewende, also der gleichzeitige Ausstieg aus Atomkraft und fossilen Energien, nicht nur ein einzigartig deutscher Weg, sondern volkswirtschaftlich betrachtet auch ein der Mondlandung vergleichbares Herkulesprojekt.

BGH bestimmt den PV-Anlagenbegriff neu

Mit Urteil vom 4. November 2015 entschied der BGH, dass nicht das einzelne, zum Einbau in ein „Solarkraftwerk“ bestimmtes Modul als Anlage im Sinne des EEG 2009  anzusehen ist, sondern erst die Gesamtheit der Module eines „Solarkraftwerks“ die Anlage bildet. Damit ist klargestellt. Mit seinem Urteil wendet sich der BGH gegen die bislang verbreitete Auffassung, dass jedes einzelne unter dem EEG 2009 in Betrieb genommene Modul eine Anlage sei. Das Urteil des BGH bietet Ansatz für Kritik, da es mit dem „Solarkraftwerk“ eine Begrifflichkeit schafft, die dem EEG fremd ist und sich auch nicht in der Gesetzesbegründung findet. Für Anlagenbetreiber wirkt sich das Urteil nachteilig auf die Vergütungshöhe aus.

http://www.sonnewindwaerme.de/photovoltaik-recht-finanzen/recht-neubestimmung-pv-anlagenbegriffs